Abflug

Heute ist es soweit. Heute geht das große Abenteuer los.

Ich kann es immer noch nicht glauben und für mich fühlt sich das alles nicht so wirklich an. Ich habe das Gefühl, dass ich nur kurz für zwei Wochen in den Urlaub fahre. So stieg ich in das Auto und Papa gab auf der Autobahn natürlich Vollgas (unbegrenzte Geschwindigkeit) und so waren Mum, Dad, Timo und ich schon viel zu früh am Flughafen. Ich gab den Rucksack schon mal ab und holte mein Flugticket. (Dabei musste ich eben mein Feuerzeug herausholen, was ich „für alle Fälle“ in den Backpacker-Rucksack getan habe. Da mein Rucksack nicht in einer Mülltüte oder sonstiges eingepackt war, wurde es sogar höchstpersönlich von einem Arbeiter abgeholt, weil sie bei so vielen Schnallen und Verschlüssen nicht wollten, dass es in den ganzen Laufbänden hängen bleibt. =) Zur Überraschung kamen dann noch Nicole und Josef, habe mich wirklich richtig darüber gefreut, dass ihr doch noch mal gekommen seid! =)

Wahre Freunde - Nicole und Josef - ! Danke, dass ihr da ward!=)

Wahre Freunde – Nicole und Josef – ! Danke, dass ihr da ward!=)

Nun ging es für mich zum Gate. Dort traf ich auf Julie, die auch mit Travelworks fliegt (Jeder hat einen gelben Schlüsselanhänger zum gegenseitigen Erkennen am Rucksack drangetan). Zum Glück habe ich jetzt schon jemanden gefunden, der nett zu sein scheint und sie kommt sogar noch aus Breckerfeld. =) Ich machte es kurz und schmerzlos. Ich drückte Timo, Mum und Dad. Ich konnte meine Tränen nicht mehr länger verstecken. Es tat mir plötzlich alles weh. Als Mum und Dad sagten, dass ich nicht alles durchhalten muss und jederzeit zurückkommen kann, ging es mir besser, da ich wusste, dass es kein Abschied für immer ist.

My lovely family with the best men ever! I love you!

My lovely family with the best men ever! I love you!

So ging ich mit Julie durchs Gate und schaute nur noch einmal zurück und winkte.

Durch die Schleusen durch endlich am Gate angekommen ging es nun mit Malaysia Airlines über 10 Stunden nach Kuala Lumpur. Während wir am Gate saßen und warteten trudelten immer mehr von unserer Organisation ein. Zuletzt sind wir 9 Leute (Ein Mädchen scheint wohl kurz vorher abgesprungen sein). Insgesamt sind wir vier Mädchen (Julie, Janine und Sarah). Dann sind es noch 5 Jungs (Paul, Lukas, Johannes, Pascal (Pippa)), wovon wir einen erst bei Ankunft in Brisbane kennengelernt haben. Er ist irgendwie während des ganzen Fluges untergetaucht. Sie sind alle ganz nett und haben alle dieselben Ängste und Sorgen, wie ich, was mich beruhigt hat. Im Flugzeug saßen wir alle getrennt voneinander. Ich aber hatte Glück, dass neben mir Carlotta saß. Sie fliegt auch nach Australien, allerdings nach Perth und nur als Au-Pair für ein halbes Jahr. Sie hat die ganzen Briefe von ihren Freundinnen gelesen, die sie noch am Flughafen bekommen hat und hat sehr stark geweint und wollte am liebsten aus dem Flugzeug aussteigen und in Deutschland bleiben. Ich habe sie ein bisschen aufgemuntert und haben all unsere Ängste, Sorgen und Gedanken ausgesprochen. Es tat uns beiden gut, dass wir uns wenigstens im Flugzeug einander hatten. Nach zehn Stunden mussten wir umsteigen und hatten 3 Stunden Aufenthalt. Wir liefen herum und sahen auf der Anzeigetafel, dass jeder zweite Flug gekenzelt wurde, warum auch immer! Langsam bekamen wir es mit der Angst zu tun, dass auch unser Zug gekenzelt werden würde. Nach gebanntem Warten kam dann unsere Fluglinie und unser Gate – und ja – unser Flug fliegt pünktlich ab. =) Alles gut! =)

Ich verabschiedete mich von Carlotta, da sie jetzt weiter nach Perth (4,5 Stunden) fliegt, während ich weiter nach Brisbane fliegen werde (8 Stunden).

Im Weiterflug (Fensterplatz) =) habe ich nun ein bisschen mehr Pech gehabt. Ich saß ganz hinten – quasi schon den ganzen Strewardessen auf dem Schoß, während alle anderen zusammen vorne saßen. Ich machte mir nichts draus und schlief erst einmal zwei Stunden. Nachdem ich aufgewacht bin habe ich mich mit dem australischen Opa, der neben mir saß, ein wenig unterhalten. Er scheint ziemlich nett zu sein. Er erzählte mir sehr viel von Australien und gab mir einige Reisetipps und erzählte mir von den australischen Essgewohnheiten. Es war sehr interessant. =)

Australien in Sicht!

Australien in Sicht!

Dann war er wieder müde und während alle anderen auch schliefen, machte ich mir plötzlich wieder Gedanken. Ist es das Richtige? Meinst du wirklich, ein ganzes Jahr? Was wird mich erwarten? Wie sieht das aus mit der Jobsuche? Wie sind die Leute dort? Werde ich akkustisch alles mitbekommen? Wird man mich so akzeptieren, wie ich bin? Wie werde ich wieder zurückkommen? Werde ich überhaupt zurückkommen? Was für Erwartungen habe ich? Was möchte ich dieses Jahr eigentlich erreichen? Werde ich viel vom Land sehen und kennenlernen oder mich eher zu Tode schuften? Was für Menschen werde ich treffen?…. Plötzlich kamen mir Tränen.. Es waren keine Tränen der Trauer, nicht die der Wehmut oder wegen allem, was ich verpassen werde. Es waren Tränen der Freude, dass es jetzt wirklich soweit ist und eigentlich nichts mehr im Weg steht und ich mir verdammt noch mal nicht so viele Sorgen machen soll.

Es ist nicht mehr weit...

Es ist nicht mehr weit…

Nachdem das Essen kam und mein Nachbar mir wieder so viel erzählt hat, war das Ganze, die Sorgen, die Ängste etc. schon wieder verschwunden und der Flug ging wirklich wie im Flug um. =) Als wir Brisbane endlich erreichen ist es schon dunkel und komplett Brisbane ist in verschiedenen Farben beleuchtet. Einfach klasse!

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