Mittwoch, 09.Oktober 2013

Heute ist Kindergartentag!!! =) Ich mache mich für den heutigen Tag im Kindergarten fertig. Der Kindergaraten fängt in Australien sehr spät an und hat nur sehr kurze Öffnungszeiten – im Vergleich zu Deutschland. Er macht um 9 Uhr erst auf und endet um 15 Uhr! Es sind sozusagen nur 6 Stunden, wo der Kindergarten geöffnet hat.

Rozy (Eine gute Freundin von Maria) und ihre Tochter Ariel (Kindergartenkind aus dem Kindergarten Kenmore) holten mich an Maria Kerns Haus ab und wir fuhren in den Kindergarten.

Auf dem Weg in den Kindergarten

Auf dem Weg in den Kindergarten

Es war eine sehr lange aber auch lustige Fahrt dorthin (45 Minuten) – und das alles nur, weil das Kind in den Kindergarten muss. Rozy hat einen kleinen Pudel, der im Gegensatz zu vielen anderen Pudel sehr aktiv ist. Er sprang nämlich während der Fahrt an einer Ampel einfach aus dem Auto und musste am Straßenrand Pipi machen. Ich habe mich so sehr erschrocken, dass er einfach aus dem offenen Fenster vom Auto gesprungen ist und am Schild Pipi machen musste. Denn (Deutsche Gedanken – was hätte alles passieren können) – währenddessen Rozy ganz cool geblieben ist und nicht wie eine hysterische Mutter ausgestiegen ist oder ähnliches, sondern einfach im Auto geblieben ist und die Tür aufgemacht hat und gesagt hat: „Pfui Boddak – it´s not time for you – come in!“ Er trottete ganz langsam und gemütlich wieder ins Auto, während die Ampel schon längst auf grün sprang (keiner hupte ungeduldig, sondern warteten alle für den Hund). Wir fuhren weiter und ich musste mich erst einmal von dem heftigen Schock erholen. Abgefahren, wie man so ruhig bleiben kann und wie RELAXXT die Australier, besonders Rozy ist. – Das muss mal einer in Deutschland machen!! =)=) So CRAZY – but I don´t care – I love it!!! =)

Nun im Kindergarten angekommen stellte ich mich dem Team vor. Es war so schön – Die Kinder dürfen erst mal ganz lange draußen, aber auch drinnen spielen (Freispiel), wie sie wollen. =) Das ist solange bis das letzte Kindergartenkind gekommen ist (10 Uhr). Sie können draußen fangen spielen, Bücher lesen, auf Leinwänden Malen, im Wasserkanister Boote versinken lassen etc. Den Kindern sind keine Grenzen gesetzt. Es ist sehr anders, als bei uns in Deutschland. In Deutschland sind in den Kindergärten viel mehr Regeln und Spielintensität vorausgesetzt, während es hier eher easy-going ist und jeder das machen kann, worauf er Lust hat – Für die Pädagogen: Es geht schon ein bisschen in Richtung Laissenz-faire. =) Aber diese Art von Freiheit für die Kinder gefällt mir hier sehr gut. =)

In meiner Zeit, als Anerkennungsjahrpraktikantin hat mir das Freispiel im Außengelände sehr gefehlt, was natürlich meistens wetterbedingt war. In Australien – zumindest in Queensland – ist das überhaupt kein Problem. Jeder Tag ist Sommer und fast jeder Tag ist strahlender Sonnenschein, sodass es für die Kinder immer die Möglichkeit gibt nach draußen gehen, während man in Deutschland den pädagogischen Alltag teilweise auch nach dem Wetter bestreiten muss.

Die Kinder waren sehr offen und zeigten mir das ganze Kindergartengelände. Ich spielte mit Eve im Sandkasten, las mit Ariel ein Buch und war mit Roman und Ben auf der Schaukel und tobte mich mit den Kindern aus.

Interessant war auch, dass die Sicherheitsbestimmungen hier im Kindergarten ganz andere sind, als in Deutschland. Hier ist es nicht so schlimm, wenn hier und dort einige scharfe Kanten herausschauten oder hier und dort einige Steine waren, wo „Gefahren“ lauern können. Es ist in Ordnung und es ist etwas ganz normales und Alltägliches. Denn hier in Australien sagt man, dass die Kinder diese Gefahren ruhig schon kennenlernen sollen und man nicht alles in „Watte packen“ muss, wie das in Deutschland meiner Meinung nach gemacht wird.

Die Australier haben ein viel größeres Problem mit Schlangen und mit Spinnen. Die Zäune rings um den Kindergarten herum sind sehr hoch und auch sehr tief in den Boden. Hinzu kommt, dass alle Spielgeräte, die aus der Garage geholt werden erst mal nach Schlangen untersucht werden und nicht einfach dem Kind zur Verfügung gestellt werden. =) Das sind Gefahren, die man nicht verhindern kann bzw. wegversichern kann. =)

Der Kindergarten besteht aus zwei Gruppen „Turtles“ and „Dogs“. =) Jede Gruppe hat mindestens 4 Erzieherinnen bzw. Kindergartenlehrerinnen in der Gruppe. Es ist eine 1-5 Betreuung! Der Betreuungsschlüssel ist wesentlich besser, als in Deutschland und der pädagogische Alltag kann dort viel besser bewältigt werden, als in Deutschland. Man merkt, dass die Erzieherinnen viel entspannter sind und es auch gut auf die Kinder ausstrahlen können. Die Erzieherinnen können somit viel besser auf die einzelnen Kinder eingehen und können auch auf die Wünsche der Eltern eingehen. Es ist wirklich schön das hier beobachten zu können. So macht eine Erzieherin während des gesamten Tages Fotos. =)

Heute ist im Kindergarten ein besonderer Tag für ein ganz besonderes Kind: Ben! Er hat heute seinen 5. Geburtstag! =) Wir feierten ihn draußen beim Frühstück/Picknick in seiner Lieblingsspielecke. Wir sangen zusammen ein Geburtstagslied und jedes Kind bekam von ihm ein Eis, als kleine Geburtstagssüßigkeit. =) Danach durfte Ben sich ein Kostüm für den Tag aussuchen, das ihn als Geburtstagskind kenntlich machen soll. – Er wählte das Supermann-Kostüm! =) Nun darf er es heute tragen und damit durch den Kindergarten laufen. =)

Danach konnten die Kinder wieder unbegrenzt spielen. =)

Was ich persönlich an diesem Kindergarten speziell so toll fand ist, dass sie eine Chicken-Aufzuchtstation hatten. Sie hatten wirklich wahrhaftig kleine Küken in einem Aquarium mit einem Rotlicht und ziehen sie mit den Kindern bzw. der Gruppe gemeinsam groß. =) Die Kinder füttern diese Tiere und können diese auch pflegen und deren Entwicklung beobachten. =) Es ist wirklich klasse!!! In Deutschland ist so etwas leider nicht erlaubt – schon allein wegen der ganzen Sicherheit und Gefahren, dass jemand krank werden könnte bla bla.. Ich finde es so toll, dass man damit hier in Australien viel offener und entspannter umgeht. =) Die Kinder lernen so viel mehr davon, wenn sie den Kreislauf mit ihren eigenen Augen langsam miterleben dürfen, als, wenn sie es auf einem Plakat als dargestellten Kreislauf für eine Stunde zu sehen bekommen. Sie lernen auch den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren und und.. Es ist wirklich FASZINIEREND und AWESOME!!!

Ich hatte wirklich sehr viel Spaß daran mit den Kindern zu spielen. Aber ab 11 Uhr gibt es einen kleinen Sitzkreisspiel. Die Kinder versammeln sich vor der Tür. Die Kinder gehen auf die Toilette, waschen sich die Hände und treffen sich zum Sitzkreis in die Mitte des Gruppenraumes. Dort werden zwei bis drei Sitzkreisspiele gespielt. Nach dem Situationsansatz gibt es eine kleine Erzählrunde – die Kinder können zeigen, was sie gemalt oder gebastelt haben. Es ist sehr schön zu sehen, wie man die Kinder dadurch fördern kann.

Nach der Erzählrunde gingen die Kinder in die Garadrobe nahmen ihre Trinkbecher und ihre Lunchboxen und sie konnten ihr Mittagessen gemeinsam zu sich nehmen.

Währenddessen wurden die Betten zum Schlafen für die Kinder schon mal vorbereitet – jedes Kind hat eine eigene Matratze und jedes Kind hat ein eigenes Kissen. Die Kinder bekommen ein wenig Musik von einer CD vorgespielt und können während der leisen und sanften Musik einschlafen. =)

Allerdings haben leider nur vier Kinder von 20 Kindern geschlafen – was nicht wirklich viel ist. Denn es war für die Kinder viel zu hell und es gibt hier in dem Kindergarten wohl keine wirklichen pädagogischen Konzepte zum Schlafengehen und Einschlafen der Kinder. =) Denn während der der Schlafenszeit bereiten sich die Erzieherinnen auf die Abhholphase vor – die Bilder werden per USB an den großen Fernseher angeschlossen (Jedes Bild bekommt einen Kommentar, was das Kind gerade auf dem Bild macht o.ä.). Allerdings ist es keine Pädagogische Wahrnehmung oder Pädagogische Intervention. Es ist eher ein Darstellen, was das Kind heute den ganzen Tag über im Kindergarten gemacht hat. Es ist eine oberflächige Pädagogik, keine tiefgreifende Pädagogik, wie es bei uns in Deutschland den Erzieherinnen gelehrt wird.

Während der Abholphase können die Kinder überall spielen, wo sie wollen und die Erzieherinnen stehen für Rückfragen zur Seite. Es ist sehr ruhig und überhaupt nicht durcheinander und turbulent (wie bei uns in Deutschland). Die Kinder müssen nur eben schnell die FlipFlops anziehen, ihre Butterbrotdose schnappen und können gehen. (Während in Deutschland die Kinder erst mal fünf Minuten mit Anziehen und Einpacken beschäftigt sind – In Australien (Queensland) haben die Kindergärten keine Häkchen, sondern nur Fächer… Denn Jacken braucht man hier nicht – Man hat nur Hüte, Sonnencreme und die Butterbrotdose in dem Fach).

Rozy holte mich und ihre Tochter Ariel wieder ab. Wir fuhren wieder zurück zu Maria Kerns Haus und blieben noch einige Stunden dort. Gingen in den Swimming Pool und ich spielte noch ganz lange mit Ariel. =) Es machte sehr viel Spaß so viel Zeit wieder mit Kindern zu verbringen.. =)

Auch Ariel und Rozy mussten wieder nach Hause. Maria und ich kochten Mexikanisch und sprachen bis in die späten Abendstunden hinein über die Unterschiede in Bildung.

FAZIT des Tages: Die Bildung und die pädagogische Intervention ist in Deutschland um Meilen besser und weiter, während es in Australien noch ein bisschen schlurft. Dafür ist das Drumherum, was Inklusion, Finanzielle Mittel, Betreuungsschlüssel etc. in Australien meilenweit viel besser ausgestattet und weiter voraus.

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