Dienstag, 24.September 2013

In der Nacht konnte ich so gut wie gar nicht schlafen – Jetlag. Und ich war noch nicht wirklich in Australien angekommen und hatte zum ersten Mal in meinem Leben wirklich Zweifel bekommen, ob das hier alles das Richtige ist und ob ich das wirklich will, war aber doch froh endlich da zu sein.. Letzendlich wusste ich gar nicht, was ich fühlen, denken und machen sollte.

Ich merkte, dass ich mir mal wieder viel zu viele Gedanken machte und habe mich von den anderen ein wenig ablenken lassen. Wir gingen zusammen zum Frühstück, wovon ich aber nur sehr wenig aß, da ich überhaupt keinen Hunger hatte (ist eigentlich nicht normal für mich). Danach gingen wir zu unserem Workshop ins WorknHoliday-Büro, das in der Edward Street ist (Eines der Hauptstraßen von Brisbane).

Der Workshop dauerte genau 46 Minuten. Eigentlich war es nur eine PowerPointPräsentation, wobei die Organisation uns hilft. Es war also alles das, was ich schon wusste. Es war nichts Neues für mich. Aber ab 14 Uhr soll es die nächste Präsentation über Jobs geben. So ließ ich mich nicht erniedrigen und hoffte auf den nächsten Workshop.

In der Zeit gingen wir zur Westpac (Australische Bank wie in Deutschland die „Sparkasse“ – also ziemlich bekannt und weit verbreitet) und ich ließ mir ein Giro-Master-Konto einrichten. Wenn man in Australien arbeitet braucht man unbedingt ein australisches Girokonto, damit der Arbeitgeber es darauf überweisen kann. Auf ein deutsches Girokonto zu überweisen würde dem Arbeitgeber unkosten kosten.

Es war sehr kompliziert und ich war leicht überfordert mit der Situation. Der Mann war sehr geduldig mit mir und erklärte mir alles tausend und- dreifach. Denn das Bankensystem in Australien ist ein wenig anders – fast alles läuft online, womit ich noch nicht so sehr vertraut bin. Ich habe nämlich lieber Bargeld in der Tasche und kann es so dann besser kontrollieren, als wenn das immer so online und „unsichtbar“ läuft.
Als ich die harte halbe Stunde – gefühlte 5 Stunden – hinter mich gebracht habe gingen wir zum Büro zurück und holten uns unsere SIM-Karte. Ich war schon sehr heiß darauf – die anderen nicht. Denn sie hatten alle ihre deutsche Handynummer mitgenommen und über WhatsApp guten Kontakt nach Hause halten können. Nun habe ich auch das aktiviert – leider ist sie nur für einen Monat gültig. Ab Mitte Oktober muss ich mir also eine neue Karte holen. Telefonieren ist hier in Australien mit Deutschland vergleichbar. Man bezahlt für eine Internet- und SMS-Flat ca. 40 AUS $.

Upper Roma Street

Upper Roma Street

Für die Jobsuche braucht man unbedingt eine Handynummer. Denn es läuft hier fast alles über das Handy – was ich bis heute nicht verstehe. =( Auch hierbei ruft ein Arbeitgeber nicht auf eine deutsche Nummer an, sondern nur auf australische Nummern, was sich von selbst versteht. =)

Zurück im Workn´Holiday-Büro besuchen wir den Job-Workshop. Dieser Workshop dauerte nur 24 Minuten und war auch so ziemlich unnötig. All das, was erzählt und berichtet wurde, wusste ich schon bzw. sollte man eigentlich wissen, wenn man ein solches Programm angeht. =(. Nach dem Workshop kaufte ich mir ein WWOOFing-Buch, wo ich als Notlösung, wenn ich nach zwei Wochen nichts finde, dann noch immer WWOOFen kann. WWOOF (World Willing Organic Farmers) ist ein Programm, das viele „freiwillige“ Arbeiter anzieht. In dem Buch, was man sich kauft werden die verschiedenen Arbeitgeber bzw. Farmbesitzer aufgelistet, die dir einen Platz zum Schlafen und etwas zu Essen anbieten. Dafür muss man dann bis zu 8 Stunden auf der Farm bei verschiedenen Sachen helfen. Kurz gesagt: Kostenlose Unterkunft und Verpflegung, nachdem man bis zu 8 Stunden gearbeitet hast. =)

Da wir im Workn´holiday-Büro kostenloses Internet haben informierten wir uns bis in die Abendstunden hinein über die momentane Jobsituation und suchten schon einige Adressen heraus. Schon dort musste ich feststellen, dass alles über das Telefon verläuft. Die Farmen liegen alle so weit außerhalb und für viele Arbeitsstellen muss man mehrere Stunden mit dem Bus oder Zug (teuer!!!) fahren. Deshalb rufen die Arbeitgeber bei Interesse die Arbeitskräfte an und man ein sogenanntes Phone-Interview (Vorstellungsgespräch am Telefon).

Ich fragte Matt und auch Petra (Sie sind die einzigen Arbeiter für das Partnerbüro von Brisbane zuständig), ob sie an den jeweiligen Arbeitsstellen für mich anrufen könnten. Ich legte ihnen die Adresse, Telefonnummer und auch die Art der Arbeit, die ich machen möchte vor.

Das einzige was sie zu sagen haben war:“That´s not our job – you must do it yourself! I know you´re deaf, but you can try it“. Da war ich erst einmal perplex. So schnell ich die Fassung wieder hatte, kam mein temperament aus mir heraus. Ich sagte denen ganz klar: „What do u say? I pay for u, that u help me for searching a job. I´m deaf and I couldn´t phone. I told to u, do you remember? This is discriminate, what u say and do. You´re lazy. I wish that u are deaf, too – and I sit on the other side of the desk and lough about you! You´ll see it.”

Ich packte meine Sachen und ging alleine durch die Straßen zum Hostel. Ich war mehr als nur enttäuscht und fühlte mich nicht verstanden und gleichzeitig auch plötzlich allein. Das war mein Anfangstief – wovor mich alle gewarnt haben, die das schon mal gemacht haben bzw. erlebt haben. Am Hostel angekommen, ging ich duschen und machte alles, was mich nur von der Jobsuche ablenkte.

Ich fragte die anderen drei Mädls, ob wir nicht zusammen kochen sollen, denn das wäre doch dann viel günstiger. =) Sie waren einverstanden und wir gingen einkaufen. So hellte meine Stimmung sich wieder ein wenig auf und ich bekam von Minute zu Minute immer mehr Mut und Selbstvertrauen. =) Wir waren eine Stunde im Supermarkt und überlegten, was wir denn nun essen bzw. kochen sollen. Sarah hat eine Gluten-Allergie, Janine mag keine Kartoffeln, Julie mag kein Käse und ich mag keinen Fisch.

Sarah, Julie, Jill, Ich und Janine

Sarah, Julie, Jill, Ich und Janine

So entschieden wir uns letzendlich für – na dreimal dürft ihr raten – Nudeln mit Tomatensoße! =) Im Supermarkt haben wir uns erschrocken, wie teuer das alles hier ist. Lebensmittel sind teurer als bei uns in Deutschland.

Banane 3,o8 AUS $
Milk 1,5 AUS $
Nudeln 1,30 AUS $
Geriebener Käse (250 Gramm) 2,25 AUS $
Fleisch (1 kg) 10 AUS $
Wasser (1 Liter) 1,10 AUS $
Bier 6 AUS $

Auch, wenn die Nudeln (ohne Salz) und die Tomatensoße ohne Kräuter irgendwie pappig schmeckten – waren wir satt – und haben eine wunderschöne Aussicht über Brisbane. Nun wurden wir wieder von Stunde zu Stunde immer wacher – Jetlag.

Wir saßen dann noch bis in die späten Abendstunden hinein oben auf dem Deck vom Hostel. Es war wirklich wunderschön und wir haben eine super Aussicht auf komplett Brisbane gehabt und haben nette Menschen kennengelernt – leider alles nur Deutsche, sodass ich bisher kaum Englisch reden musste. =)

Preistafel bei McDonald

Preistafel bei McDonald

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s