Donnerstag, 26.September 2013

Vegetation am Straßenrand

Vegetation am Straßenrand

Gestern habe ich einen Kindergarten für Gehörlose Kinder ausfindig machen können. Heute fahre ich zu dem Kindergarten und fahre auch das erste Mal mit dem Zug außerhalb der Stadt. Der Kindergarten befindet sich zwar noch in Brisbane – ist aber in einem kleinen Vorort von Brisbane, namens Yeeronpilly.

Dort angekommen traf ich auf zwei Erzieherinnen (kindergarten teacher), die mich im wahrsten Sinne des Wortes mit beiden Armen empfingen. Wir sprachen sehr lange miteinander – haben ganz lange noch über die unterschiedlichen Gehörlosenkulturen gesprochen und auch über die Gebärdensprache.

Es war eine wirklich sehr nette und lustige Begegnung. Mei und Petra waren sehr offen und haben mir den Kindergarten gezeigt. Der Kindergarten hat, wie fast jedes andere Haus in Australien auch einen eigenen Swimming Pool und einen eigenen Schulgarten. Interessant war auch das System bzw. die professionelle Förderung der gehörlosen Kinder im Kindergarten von den Erziehern aus. Pro Gruppe sind nur bis zu 12 Kinder. Sie haben einen großen Gruppenraum, wo sie spielen und verweilen können. Jede Gruppe hat ein eigenes und selbst erstelltes Gebärdenlexikon mit den Wörtern, die es schon sprechen bzw. gebärden kann. Der Personalschlüssel liegt bei 3-1, d.h. Für drei Kinder ein Erzieher bzw. Erzieherin. Die Kinder haben vereinzelt auf sie zugeschnittenen Einzelunterricht bzw. Förderstunde. Mei ist auch Erzieherin in dem Kindergarten und hat ein gehörloses Kind, das in den Kindergarten geht. Leider hat Queensland noch Ferien, sodass sie mir keine direkte Rückmeldung geben konnten. Sie sagten beide direkt, dass ich sehr gut ins Team passen könnte und sie sich freuen würden, wenn es klappen sollte. Sie hinterlassen mein CV dem Kindergartenleiter und berichten ihm alles, wenn er aus dem Urlaub von der Sunshine Coast wieder zurück ist. =)

Danach brachte Mei mich in das Gehörlosenzentrum von Queenland. Es war sehr professionell und supergut ausgestattet. Dort gibt es ALLES – wirklich alles -, was ein Gehörloser braucht. Vom Gebärdensprachkompetenten Steuerberater, Anwalt für Behindertenrecht oder Verkehrsrecht bis zur Jobsuche oder zu den Ärzten. Alles ist unter einem Dach. Wenn man gehörloser Bürger von Australien ist, kann man dort hingehen und sich dort die Hilfe für WIRKLICH ALLE Lebenslagen holen. Ich war fasziniert von dem System für Gehörlose bzw. für Behinderte in Australien. Nach dem Besuch in dem Kindergarten für gehörlose Kinder und dem Gehörlosenzentrum von Queensland ging es mir weitaus besser.

Deaf Society

Deaf Society

Auf dem Rückweg konnte ich mein Selbstvertrauen wieder aufbauen und ich konnte wieder positiv und gesund nach vorne blicken.

Zurück im Hostel musste ich erst einmal meine Sachen zusammenpacken und in das Hostel zwei Häuser weiterziehen. Das YHA, wo ich vorher war kostet 18 AUS $ mehr, als das Chillout backpackers, wo ich jetzt einziehe. Den Preisunterschied hat man aber auch sehr schnell gemerkt.

Wir wurden in ein 16er Zimmer, statt in ein 4er Zimmer untergebracht. Es gab nur ein Bad (2 Toiletten und 2 Duschen) für beide Geschlechter zusammen. Das Zimmer hatte keine Fenster – dementsprechend roch es bis zum Flur bzw. nach draußen – und es wurde diesen Monat wahrscheinlicih auch noch nicht geputzt. Der Gestank bestand aus einer Mischung von faulen Zähnen, Schweißfüßen und schlechtem Deo, das einige zum überdecken des Geruchs benutzt haben. =( Strom gibt es nur eine Steckdose für genua 16 Leute. Zu guter Letzt war es noch sehr heiß dort drin (Klimaanlage funktionierte (laut einer Australierin seit 3 Monaten nicht). Dann gab es keine Schließfächer, wo man sich seine Sachen einschließen konnte. Die Küche hatte keine Utensilien – keine Teller, keine Messer, keine Töpfe etc. Wenn man kochen möchte, kann man sich die Utensilien für 10 AUS $ leihen. Das Beste kommt noch – im Badezimmer in einer Ecke hat man die schwarzen Karkalaken gesehen.

Hostel - Citybackpackers

Hostel – Citybackpackers

Zum Glück habe ich aber auf mein Bauchgefühl gehört, dass ich beim Einchecken gesagt habe, dass ich nur 1 Nacht dort bleiben möchte. Die anderen drei Mädls, die die ganze Zeit über mit mir unterwegs waren, haben für 4 Nächte gebucht und auch schon bezahlt. Ich bin so froh, dass ich dort nicht duschen muss – es dann alles morgen in aller Ruhe machen kann, wenn ich wieder im anderen Hostel YHA bin. Der Preis war mir in dem Moment echt egal. Ich brauche Strom, um meine Akkus zu laden, ich möchte duschen können – ohne mich dabei eklig zu fühlen und beim Einschlafen kein Pärchen sehen, das gerade dabei ist sich zu liebkosten. =)

Nachdem wir gekocht haben (Heute das erste Mal das teure Hähnchenfleisch – das wollten wir uns mal gönnen) sind wir dann wieder in den 5. Stock nach oben gegangen und haben die Aussicht mit einer Wasserflasche (ist günstiger als Bier =)) genossen. =)

Cooking - time

Cooking – time

Plötzlich bekomme ich eine SMS von der Rezeption vom ekligen Hostel, die mich gefragt hat, ob ich morgen für ein paar Stunden Zeit hätte, um mir ein paar Taler zu verdienen. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen.

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