Vorbereitungen

Die Vorbereitungen auf Australien waren – wie bisher alles in meinem chaotischen Leben – ein bisschen turbulent. =) Denn ich hatte nicht viel Zeit irgendwie alles noch in Ruhe vorzubereiten. Ich hatte für die Hauptvorbereitungen insgesamt nur 3 Wochen. =)

Zuerst musste ich mich für eine von vielen Organisationen entscheiden. Zuletzt hatte ich vier verschiedene Organisationen, die für mich in Frage kamen. Das waren AIFS, Praktikawelten, Travelworks und Step in. Ich stellte alle Organisationen gegenüber und wählte jetzt letztendlich Travelworks mit dem entscheidenden Punkt, dass sie für mich eine Ausnahme machen würden und meine ganzen Ersatzteile über ein ganzes Jahr verteilt einschließen würden.

Anschließend ging es richtig los. Ich musste mein Workn´holiday-Visum online erstellen. Es wurden tausende von verschiedene Fragen gestellt (z.B. Warst du schon einmal im Gefängnis? Oder Hast du jemals Arbeitserfahrungen gemacht? Etc.), die man beantworten musste. Zum Glück hat meine Mum mir dabei geholfen. Das Workn´holiday-Visum kostet 462 AUS $ (350 EUR). Leider habe ich dort den Fehler gemacht und habe vergessen anzuklicken, dass ich mit Kindern evtl. auch arbeiten möchte. Nach langem Hin-und Herschreiben mit der Behörde in Australien habe ich das dabei gelassen und diese Art von Arbeit für mich gekenzelt. =) Denn meine einzige Option wäre gewesen, dass ich alles noch mal komplett neu beantrage und dementsprechend auch zahle.

Dann holte ich mir meinen Internationalen Führerschein (18 Dollar) und fing an meine ganzen Impfungen aufzufrischen (Hepatitis A, Hepatitis B, Xiaro etc.). Ich holte mir eine Malaria-Prophylaxe für den Stopover über Thailand (Koh Samui). Es war mit sehr viel Stress und Lauferei verbunden.

Aber jetzt habe ich die wichtigsten Sachen schon organisiert und beantragt, sodass ich in Ruhe mit meiner Mum sechs Wochen nach Spanien zum Camino de Frances in den Urlaub fliegen kann. Es war eine wirklich tolle Zeit, die ich nie vergessen werde und hat mich auch mental auf mein Auslandsjahr vorbereitet.

Zurück in Deutschland besuchte ich noch mal alle Ärzte, fing an zu packen, indem ich mir alle Sachen, die ich noch brauchte zusammensuchte, herausholte und kaufte. Es war sehr so gesehen nicht viel Arbeit, aber man musste an so viele verschiedene Sachen denken und ich hatte mit meinen Ohren zwei große Barrieren.

Die erste war die Krankenversicherung. Ich habe jetzt über der Allianz eine private Krankenversicherung abgeschlossen, die die Arzt, Rettungs- und Bergungskosten, Krankenfahrten, Medikamente und Notfallaktionen beinhaltet. Leider ist in den Augen der Krankenkasse eine Behinderung nicht tragbar und nicht mit in der Versicherung mit drin. D.h. Die Krankenversicherung übernimmt keine Kosten über Batterien oder ähnliches, was mit der Gehörlosigkeit in Verbindung steht.
Nach mehreren Anfragen bei verschiedenen Krankenkassen gibt es keine Krankenkasse, die so etwas übernimmt. D.h. Für mich auf Plattdeutsch, dass ich nach drei Monate (die habe ich im Voraus vorgesorgt bekommen), nichts mehr hören kann. Zum Glück haben die Cochlear Implantate noch das alte Akkusystem, welches ich vom CIC-Centrum Ruhr von Frau Bagus noch erhalten habe. Damit kann ich dann meine Akkkus aufladen und nach den drei Monaten trotzdem noch hören. Allerdings bin ich dadurch immer an Strom gebunden und kann sehr wahrscheinlich auch gar nicht zelten.

Es ist sehr traurig, dass sogar Krankenkassen, die ja eigentlichi sozial eingestellt sein sollten, auch ein Wirtschaftsunternehmen ist und so nur an Profit denkt und zwar auf Kosten derer, die es sowieso schon schwieriger haben. Ich kenne einen Diabetiker und einen, der im Rollstuhl sitzt, die das auch machen möchten, aber aufgrund der Krankenkasse so etwas verwehrt wird. So viel zum Thema, alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, ganz gleich…

Dann war ich 6 Tage davor noch mal beim HNO-Arzt, der mir eigentlich nur eine Bestätigung geben sollte, dass alles in Ordnung ist. Allerdings hatte er genau das Gegenteil im Sinn gehabt und wollte mich noch diese oder die darauffolgende Woche operieren. Denn das Cholesteatom (Entzündung) auf der linken Seite zerstört bzw. frisst gerade das Trommelfell und wird es langfristig vernichten. Daraufhin bin ich noch mal nach Essen ins Uniklinikum gefahren und habe das Gesagte von meinem HNO-Arzt nur noch bestätigt bekommen.

Trotzdem wollte ich mir wegen den Ohren, die mich schon viele Nerven und Lebensqualität gekostet haben, das jetzt nicht auch noch hinwerfen und mir nehmen lassen. Ich habe es auf „Eigener Verantwortung“ unterschrieben und werde wie geplant ohne OP und sonstiges fliegen.

Es ist Samstag, keine 24 Stunden und es geht los. Ich fing an alles zu packen und tätigte meine letzten Einkäufe bei DM (kleine Zahnpasta für den Zwischenstopp, Taschenlampe, Shampoo etc.). Ich habe über 9 Stunden für das Packen gebraucht und war um Punkt 18:15 Uhr fertig mit packen.

Mein Gepäck für ein Jahr - 13 Kilo - no more!! REKORD!!

Mein Gepäck für ein Jahr – 13 Kilo – no more!! REKORD!!

Zur Feier des Tages gingen Mum, Dad, Katja, Julian und Timo mit mir zum Rosmarin essen. Ich habe es noch mal richtig genossen, dass wir alle zusammen saßen – ich mit meinen Liebsten. =)

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Ein Kommentar zu “Vorbereitungen

  1. Das ist echt viele aufwändig so zur vorbereiten. Ich habe nie gedacht, dass man für diese reise vieles tun muss.
    ich kann nur Respekt sagen. :))..

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